TABELLE
| 1. | TSV 1860 Rosenheim |
|---|---|
| 2. | SC Eltersdorf |
| 3. | SpVgg Bayern Hof |
| 4. | VfL Frohnlach |
| 5. | SV Seligenporten |
TERMINE
| 03.03.2012, 15:00 | |
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| SB DJK Rosenheim - SpVgg Bayern Hof | |
TORSCHÜTZEN
| 11 | Cem Ekinci |
|---|---|
| 6 | Perparim Gashi |
| 4 | Daniel Schäffler |
| 4 | Daniel Felgenhauer |
| 1 | Papi Domingos Henriques |
| 1 | Ali Yetkin |
| 1 | Daniel Meyer |
| 1 | Marcel Findeiß |
| 1 | Vignon Amégan |
| 1 | Cosmin-Adrian Ichim |
Fanporträts
Freund der gepflegten Samstagnachmittagunterhaltung
13.03.2009
Es ist die oft erzählte Geschichte vom Vater, der seinen Sohn eines Tages mit zu einem Spiel auf die Grüne Au nimmt und vom Sohn, der dabei vom Bayern-Virus infiziert wird. So hat es auch Jürgen Schmidt erlebt: Im Sommer 1971 geht sein Vater auf den Fußballplatz und fragt seinen Jungen, ob er mitkommen will. Er will. Und er ist überwältigt – vom gelbschwarzen Fahnenmeer unter der Anzeigetafel: „Ab diesem Moment war ich geimpft. Es war ein Vorbereitungsspiel gegen Wormatia Worms.“
Seinen Großvater, erklärter Fußballgegner, überredet Jürgen, gelben und schwarzen Stoff zu besorgen, aus dem die Oma eine 2 Meter 50 mal 1 Meter 20 große Bayern-Fahne näht, die Vater Schmidt mit seinem VW mit klappbarem Heckfenster zur Au transportiert.
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1978 steigt der FC Bayern Hof aus der 2. Bundesliga ab. Jürgen Schmidt verliert die Bayern etwas aus den Augen. Nicht aus Enttäuschung über den Abstieg – er kickt nun selbst, bei der SpVgg Hof, und hat nur noch selten Zeit, sich die Spiele auf der Au anzusehen. „Meine Liebe ist nie zur Ruhe gekommen, die Erinnerungen an tolle Spiele sind geblieben. 10000 oder 15000 Zuschauer auf der Grünen Au – das war geil!“
Der 21. November 1987, der Geburtstag seiner Mutter, ist sozusagen der Tag des Comebacks von Jürgen Schmidt: Er berichtet als Radioreporter über die Hofer Bayern. Noch ahnt er nicht, dass er bald ein offizielles Amt beim Traditionsverein übernehmen wird…
Während seines Jurastudiums steht Jürgen im Tor beim FC Münchberg in der Landesliga. Sein Mentor ist Dr. Ernst Tschanett, Richter am Landgericht und 1. Vorsitzender des FC Bayern Hof. Er will ihn als Torwart verpflichten, doch der Wechsel kommt nicht zustande, weil sich der angehende Jurist auf sein Studium konzentrieren möchte. „Nach der Rückkehr von einer Examenreise nach Moskau habe ich die Zeitung aufgeschlagen und einen Bericht über die Jahreshauptversammlung der Bayern gelesen. Darin stand der Name des neu gewählten Kassenrevisors: Jürgen Schmidt. Ich habe Ernst Tschanett angerufen und gefragt, ob ich gemeint sei. Seine Antwort: Ich kenne keinen anderen Jürgen Schmidt.“ Das war 1989. Zwei Jahre später wird Schmidt 3. Vorsitzender. Mitte der Neunzehnhundertneunziger scheidet er aus dem Vorstand aus, heiratet und tritt eine Stelle als Anwalt in der Kanzlei von Reiner Denzler an. Als dieser 1997 die Führung des FC Bayern Hof übernimmt, folgt ihm Jürgen Schmidt als Stellvertreter. Und er fungiert zum ersten Mal als Stadionsprecher.
Den Posten im Vorstand gibt Jürgen schon nach einem Jahr aus privaten Gründen auf, doch als Stadionsprecher begrüßt er bis heute die „Freunde der gepflegten Samstagnachmittagunterhaltung“ auf der Au. Aus seiner Liebe zu den Bayern macht er auch mit dem Mikrofon in der Hand kein Geheimnis: „Ich war immer der Meinung, dass es vertretbar ist, sich mit der eigenen Mannschaft zu freuen, mit ihr zu leiden und das auch rüberkommen zu lassen. Zugegeben, ab und zu sind die Emotionen mit mir durchgegangen, aber in den letzten Jahren habe ich mich doch ziemlich zurückgenommen, oder…?“
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Eine Aktion im November 1997 bezeichnet Jürgen Schmidt selbst als einen der Tiefpunkte seiner Stadionsprecherlaufbahn: „Wir standen in der Bayernliga mit dem Rücken zur Wand. Im Spiel gegen den TSV Landsberg lagen wir 0:1 zurück, doch kurz vor der Pause fiel der Ausgleich – ein Eigentor der Gäste. Ich habe mich mehrfach bei dem Landsberger Spieler bedankt. Bei der Pressekonferenz habe ich mich dafür aber entschuldigt.“
Und noch einen Irrtum muss er einräumen: In der Spielzeit 2004/2005 führten die Bayern gegen den FC Schweinfurt 05 schnell mit 3:0. Jürgen Schmidt kommentierte den Spielstand: „…und mit jedem Tor werden die Schweinfurter Fans etwas stiller…“ Heute gesteht er: „Sie sind leider mit jedem Treffer lauter geworden.“
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Viele Spieler haben den Stadionsprecher beeindruckt: „Auf jeden Fall Sigi Stark, der später mein Spielertrainer bei den Spotzern war – ich im Tor, er Libero. Der beliebteste Spieler aller Zeiten war mit Sicherheit Bobby Breuer, Ludwig Schuster war ein Großer, Bernd Wirth Ende der Achtziger, in den Neunzigern dann Moses Enguelle, Grigore Popan, Pjotr Kluzek, Kid Gahn, Kristian Schmidt, Robert Kilin.“
Als ehemaliger Keeper erzählt Jürgen Schmidt von einem Spiel, in dem ein Torhüterwechsel die Schlüsselszene war: „72/73 kamen die Löwen nach Hof. Rolf Kirsch hatte im Bayern-Tor einen schlechten Tag erwischt und wurde noch während der 1. Halbzeit ausgewechselt – beim Stand von 1:2 für 1860. Für ihn kam Reinhard Franz, die Bayern drehten das Spiel und gewannen 5:2!“
Bayern Hof – das ist für Jürgen Schmidt vor allem große Tradition und die Erinnerung an die Besuche auf der Grünen Au bei Wind und Wetter mit seinem Vater, dessen überraschende Gefühlsausbrüche und ungeahnte Reaktionen auf dem Fußballplatz er von zu Hause nicht kannte. Auch erinnert er sich an die Heimkehr nach Niederlagen des FC Bayern Hof: „Mein Großvater, der Fußballgegner, hatte es natürlich im Radio gehört, wenn die Bayern verloren hatten und band dann einen schwarzen Schal an seinen Balkon. Nur, um mich zu ärgern…“









