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nächstes Ligaspiel:
26.04.2014, 14:00
FV Illertissen -
SpVgg Bayern Hof

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5 Cosmin-Adrian Ichim
4 Alexander Kurz
4 Sebastian Bösel
3 Szabolcs Pál
3 Daniel Meyer
2 František Kura
2 Christian Schraps
2 Waldemar Schneider
2 Cenk Imsak
2 Christopher Klaszka
2 Josef Rodler
1 Daniel Gareis
1 Jakub Kubek

Einsatzstatistik

TABELLE

15. FC Schweinfurt 05
16. SV Heimstetten
17. SpVgg Bayern Hof
18. SV Vikt. Aschaffenburg
19. TSV Rain/Lech

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Offener Brief an Jürgen Faltenbacher | 2012-06-22

Sehr geehrter Herr Faltenbacher,


mit Interesse haben wir Ihr Interview in der Frankenpost vom 18.06.2012 gelesen.

Ihre zitierte Aussage: „Nicht verstehen und auch nicht akzeptieren will er die Situation der zweiten Hofer Mannschaft, die in die Kreisklasse abgestiegen ist. Diese Entwicklung macht mich sehr traurig und stößt bei mir auf Unverständnis. Meines Wissens ist Hof damit der einzige Regionalligaverein, dessen zweite Mannschaft so weit unten antritt.“ Faltenbacher befürchtet, dass die Bayern da einen „großen Fehler“ gemacht haben und ihn nicht korrigieren.“, wollen wir gerne erläutern, damit ggf. das geäußerte Unverständnis in ein Verständnis übergeht.

Wie Sie sicher wissen, betreibt der Verein ein durchaus erfolgreiches Nachwuchsleistungszentrum, das im Übrigen für die neue Spielzeit von Herrn Dr. Brych für die neue Saison bestätigt wurde. In einem der letzten Bayernligaspiele hatten wir in der Anfangself bzw. im Aufgebot 8 Spieler unter 23 Jahren, die aus der eigenen Jugend stammen.

Die Nachbarvereine, mittlerweile in der Bayernliga oder in der Landesliga angekommen (Selbitz, Trogen, Oberkotzau, Regnitzlosau, Steinbach-Dürrenwaid u.a.), rekrutieren sich teilweise bis zu 80 % aus Nachwuchsspielern der SpVgg Bayern Hof. Wir haben uns auch damit abgefunden, dass wir jedes Jahr Spieler an die umliegenden Vereine verlieren, die teilweise keine oder eine teilweise sehr vernachlässigte Jugendarbeit betreiben, die ihnen nicht erlauben würde, die für die Ligen notwendigen Fußballer aus ihren eigenen Jugendabteilungen zu rekrutieren. Diese Vereine treten auf dem Spielermarkt als Konkurrenten massiv auf und werben unsere Spieler mit Geldangeboten ab, die wir nicht leisten können, aber auch nicht leisten wollen. Demgegenüber stehen Ausbildungsentschädigungen, die aber legal selbstverständlich durch die Verpflichtung als Vertragsamateure umgangen werden können. Es wurde uns teilweise schon zugetragen, dass Vertragsamateurverträge abgeschlossen werden, aber dann die Spieler die gezahlten Nettovergütungen zurückzahlen (dies sind allerdings nur nichtbelegte Gerüchte).

Fakt ist jedenfalls, dass wir für eine Mannschaft in der Bezirksliga für den einzelnen Spieler mindestens 250,00 € bis 400,00 € Nettovergütung aufbringen müssten, um überhaupt brauchbare Spieler zu halten. Dass eine 400,00 €-Nettovergütung mit Sozialleistungen und Berufsgenossenschaft bei ca. 650,00 € anzusetzen ist, muss ich Ihnen nicht sagen. Dies bedeutet für den Verein, dass eine zweite Mannschaft in der Bezirksliga mit Trainer, Fahrtkosten etc. einen Aufwand von ca. 60.000,00 € bis 80.000,00 € nach sich ziehen würde. Damit haben sie aber noch keine gute Mannschaft, sondern nur durchschnittliche Spieler, die eigentlich als Nachwuchs für unsere erste Mannschaft nicht in Betracht kommen.

Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga haben uns die meisten Spieler verlassen, weil wir nicht mehr bereit waren, für unterdurchschnittliche Kicker solche Beträge aufzubringen. Wenn Sie nunmehr glauben, dass dies in der Kreisliga anders ist, so täuschen Sie sich. Selbst hier sind Auflaufprämien oder feste Bezahlungen gefordert für Spieler, die absolut kein Potential mehr für den Verein haben. Im jetzigen Augenblick haben sich 19 (!) A-Jugend-Spieler und Zweitmannschaftsspieler abgemeldet, so dass wir nicht einmal mehr in der Kreisklasse eine Mannschaft stellen werden können oder wollen.

Begabte Jugendspieler übernehmen wir bereits im jüngeren A-Jugend-Jahrgang in die erste Mannschaft. Eine zweite Mannschaft nur für das „Papier“ mit viel Aufwand zu halten, stößt auf mein Unverständnis. Wir können uns einerseits nicht über die Situation in der Regionalliga beklagen, dass zu viele zweite Mannschaften der Bundesligisten und Zweitbundesligisten dort vorhanden sind und andererseits auf anderer Ebene in der Bezirksliga oder Bezirksoberliga den regionalen Vereinen entsprechend unfaire Wettbewerbsmannschaften präsentieren. Ich weiß auch noch nicht, wie wir die Situation lösen. Meiner Ansicht nach muss die Forderung des Verbandes auf Nachwuchsförderung gehen, der wir vollumfänglich gerecht werden und auch gerecht bleiben werden. Die Forderung nach einer zweiten Mannschaft, die keinerlei Tauglichkeit für den Verein hat und bei Tauglichkeit unbezahlbar ist, kann und will ich nicht verstehen.

Die Öffentlichkeit, gerade die regionale Zeitung, setzt uns immer wieder unter Druck, obwohl das Zuschauerinteresse bei einer zweiten Mannschaft größer gleich null angesetzt werden kann. Die Nachbarvereine „plündern“ uns regelrecht aus und errichten ein Gehaltsniveau, das ich als nicht mehr hinnehmbar bezeichne. Wir werden in der Öffentlichkeit als schlecht dargestellt und bedauerlicherweise geht Ihre Kritik in die gleiche Kerbe, anstatt hervorzuheben, dass es in Nordostoberfranken ohne die Jugendarbeit der SpVgg Bayern Hof keinen Bayernliga-, Landesliga- oder Bezirksligafußball geben würde. Es ist der Springbrunnen der Jugendabteilung der SpVgg Bayern Hof, der diese Vereine speist. Als Gegenleistung bekommen wir öffentliche Kritik und nunmehr auch noch Verbandskritik. Die anderen Vereine sparen sich immense Ausbildungskosten, die ich bei unserem Verein in einem 6-stelligen Bereich anzusiedeln habe. 17 Jugendmannschaften mit 22 teilweise hochqualifizierten Trainern sprechen eine Sprache, die den Bezirk Nordostoberfranken fußballerisch am Leben erhält. Wenn dies auf Unverständnis stößt, müssen auch wir uns überlegen, ob wir nicht auf dem falschen Pfad sind, stellen Jugendarbeit ein, errichten eine zweite Mannschaft und holen uns den Nachwuchs aus den Jugendinternaten aus dem Osten.

Sie werden mir Recht geben, dass dies für den Bayerischen Fußballverband sicherlich kontraproduktiv wäre. Insofern wünsche ich mir zumindest eine moralische Unterstützung bei unserer aufwendigen aber dennoch gern gemachten Jugendarbeit und denken Sie noch einmal über die Forderung einer zweiten Mannschaft nach. Eine zweite Mannschaft macht nur dann Sinn, wenn sie als Nachwuchsmannschaft für die erste Mannschaft dient und von der Öffentlichkeit auch angenommen wird. Vielleicht gibt es in Zukunft wieder junge Fußballer, die bereit sind, aus Spaß am Sport für diesen Verein die Schuhe zu schnüren. Solange nur „Abzocker“ für eine solche Mannschaft in Betracht kommen, bin ich der Meinung, dass diese Mannschaft nicht erforderlich und nicht notwendig ist und sein sollte.



Mit sportlichen Grüßen


Reiner Denzler

Präsident SpVgg Bayern Hof