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Der FC Bayern Hof auf der europäischen Fußballbühne | 2008-02-19




Bevor der UEFA-Pokal ins Leben gerufen wurde, gab es einen Alpenpokal.

Bei der Bezeichnung „Alpenpokal“ sollte man erwarten, dass daran Vereine teilnahmen, die in oder in der Nähe der Alpen beheimatet sind wie z.B. München, Salzburg, Bozen. Im Frühjahr 1969 erfuhr ich, dass der wir auf Grund unserer hervorragenden Tabellenplätze in der Regionalliga in den vergangenen vier Jahren durchaus Chancen für die Bewerbung um eine Teilnahme hätten. Die Telefonleitungen zum DFB in Frankfurt glühten. Wir hatten dort einen Mann, der Bayern Hof gewogen war.

Horst Schmidt, Generalsekretär meinte zwar, dass Bewerbungen von weit prominenteren Clubs vorlägen. Meine Argumentation: Der FC Bayern Hof ist doch ein Gebirgsclub – Frankenwald und Fichtelgebirge sind ja nur wenige Kilometer entfernt. Gern erinnere ich mich an die Unterstützung durch Bürgermeister Kurt Hader, der dem DFB klar machte, dass Hof auf Grund seiner Randlage zur DDR mit viel mehr Problemen zu kämpfen hätte als die meisten anderen Vereine Westdeutschlands. Und was niemand zu hoffen gewagt hätte, wir bekamen den Zuschlag!

Im laufenden Spieljahr waren wir hinter dem Karlsruher SC und FC Freiburg Dritter, dies zeugte von unserer Spielkultur, denn der DFB wollte sich nicht blamieren, wenn wir für die Großen vielleicht nur ein Schlachtopfer gewesen wären.
Dann ging es los, Erster Gegner war der FC Bologna. Hier hab ich eine Besonderheit nicht vergessen: Die Mannschaft Bolognas flog über München und Nürnberg und fuhr von dort mit dem Bus nach Hof. Der Schiedsrichter des Spieles, der Belgier Geluck aus Anderlecht, saß mit in der Maschine, gab sich nicht zu erkennen und kam mit dem Zug von Nürnberg nach Hof. Er erzählte mir, dass er bewusst jeglichen Kontakt mit Mannschaft und Funktionären Bolognas vermeiden wollte.


Drei Spiele des Alpenpokals fanden 1969 auf der Grünen Au statt.

Vor 11000 Zuschauern endete die Partie 1:1, wobei die internationale Presse voll des Lobes über unser Spiel war. Die anderen Spiele auf der grünen Au endeten gegen Verona 0:0 und gegen den Schweizer Vizemeister Lausanne gewannen wir mit 2:1, wobei auch hier der Schiedsrichter Delecourt aus Belgien kam. Man sieht, es ging wirklich international zu.


Wimpel zweier Gegner im Alpenpokal: Hellas Verona AC und Lausanne Sports

Gern denke ich noch an unsere Reise zum FC Zürich, fünffacher Schweizer Meister, der gegen uns mit 7 Nationalspielern antrat. Das Stadion am Letzigrund ist ein Allzweckstadion, also mit Tartanbahn ums Spielfeld. Vor unserem Spiel und in der Halbzeitpause fanden Leichtathletik-Wettkämpfe statt, ich denke, es waren Schweizer Meisterschaften und beide Sportereignisse litten unter dem strömenden Regen und das noch unter Flutlicht. Wir spielten gut, bekamen glänzende Kritiken und verloren 2:3, wobei ich mich mit Stolz daran erinnere, dass nach uns als nächster Gegner Manchester United im Letzigrund-Stadion antrat. Wir durften wirklich internationale Luft schnuppern…

Franz Anders war Vorsitzender des FC Bayern Hof von 1966 bis 1970. In seiner Amtszeit wurden die Bayern Süddeutscher Meister und nahmen an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga und am Alpenpokal teil. Unter Anders Führung besuchte der FC Bayern 1969 Israel – als erste deutsche Mannschaft überhaupt. Für bayern-hof.de erzählt Franz Anders seine Vereinsgeschichte(n).

Unser Bild zeigt Franz Anders (rechts) zusammen mit Gerd Müller. Das Foto entstand 1968 auf der Grünen Au. Die Mannschaft des FC Bayern München war nach Hof gekommen, um sich das Spiel FC Bayern Hof gegen Borussia Neunkirchen in der Bundesliga-Aufstiegsrunde anzusehen.